November 2026
Zwischen hier und Erinnerung
«Du hast mich in ein Dorf zurückgebracht, das nur mehr in meiner Erinnerung existiert.» (LA BEAUTE DE L’ANE) - Was passiert, wenn wir zurückkehren: an uns bekannte Orte, zu vertrauten Menschen, tatsächlich oder gedanklich? Kann man dort ankommen, wo man herkommt? Und vor allem: dort (wieder) zurechtkommen?
Im November erzählen Dokumentarfilme von Reisen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, von den Sehnsüchten, die uns dazu verleiten, und den Verlusten, die wir dabei erfahren. Und davon, was uns währenddessen vielleicht hält: die Fürsorge eines Freundes, der zugleich Filmemacher ist, die Begleitung der eigenen Tochter oder der Mut, allein hinter das Steuer zu sitzen.Sa 7.11., 20h - ciné sonderbar präsentiert:
The Movie Orgy
Von Joe Dante, USA 1968, 276 Minuten, Englisch
Filmbeginn bereits um 20:00! Ein- und Ablass jederzeit! Kollekte!
THE MOVIE ORGY ist ein legendäres Found-Footage-Feuerwerk von Joe Dante – einem der bedeutendsten Genies des Genrekinos. Im Jahr 1968 nahm sich der zukünftige Regisseur von Gremlins einer ungeheuerlichen Menge von 16 mm-Filmen an und schuf mithilfe des Produzenten Jon Davison und mit sorgfältiger Detailliebe den wahrscheinlich weltweit ersten Found-Footage-Megamix. Kompiliert aus Werbespots, Wochenschauen, Filmausschnitten, TV-Pannen und vielem mehr ist The Movie Orgy ein essenzielles Kultur-Artefakt, aber auch ein wunderungswürdiger, psychedelischer Wirbel zusammengemantschter Grossartigkeit. (americangenrefilm.com)
Do 12.11. und Fr 13.11., 20h30
La beauté de l'âne
Von Dea Gjinovci, Schweiz 2025, 75 Minuten, Französisch/d
Ein poetisch-hybrider Dokumentarfilm, in dem eine Tochter ihren Vater auf die Spuren seiner verlorenen Heimat begleitet. Nach sechzig Jahren im Exil kehrt Asllan mit Dea in sein kosovarisches Heimatdorf Makermal zurück, um Erinnerungen wiederzubeleben, die der Krieg ausgelöscht hat. Zwischen heiteren Reminiszenzen und schmerzhaften Enthüllungen stellen sich Vater und Tochter dem Verlust einer zentralen Familienfigur und den Wunden einer Gemeinschaft. Der Film ist eine sensible Meditation über die Zerbrechlichkeit der Erinnerung, zwischen Kino der Realität und magischem Realismus.
Sa 14.11., 16h30 - Vernissage in der Plakatsammlung
vierzig jahre neu: plakatausstellung neues kino basel
Herzliche Einladung zu Ausstellung und Vernissage!
Anlässlich des Jubiläums zeigt das neue kino 40 Jahre Basler Plakatkunst: ausgewählt aus mittlerweile über 400 Arbeiten, entworfen von beinahe 100 Gestalter:innen. Ort der Jubiläumsschau ist die Basler Plakatsammlung der Schule für Gestaltung, welche die individuell gestalteten Kleinplakate vom neuen kino archiviert, digitalisiert und online verfügbar macht. Dadurch entsteht ein aussergewöhnliches Archiv, das sich nun für die Ausstellung öffnet und so die Geschichte einer widerständigen und unabhängigen Basler Kulturinstitution sichtbar macht. Zugleich spiegeln sich darin die Entwicklungen der lokalen angewandten Grafik sowie die verschiedenen zeitgenössischen (kultur-)politischen Diskurse.
Kino und Plakatkunst verbindet dabei die Forderung nach grösstmöglicher Freiheit fernab von Mainstream, Hollywoodwerbetrommel und kommerziellem Druck (stattdessen: lokaler Druck bei Rumzeis in Kleinbasel). Zu-gleich eint sie eine Offenheit: kreativ und kritisch, unterhaltsam und unkonventionell, und nicht zuletzt aufgeschlossen gegenüber dem Charme des Unperfekten und Sonderbaren.
Eine Ausstellung vom neuen kino Basel in Zusammenarbeit mit der Plakatsammlung der SfG Basel und mit freundlicher Unterstützung der Sulger-Stiftung.
Vernissage: Samstag, 14. November 2026, ab 16:30 Uhr
ab 20:00 Uhr Filmabend* und Tanzfest im neuen kino, Klybeckstrasse 247, 4057 Basel
* Zum Jubiläum zeigen wir zwei Reprisen aus einem der ersten Programme des neuen kino aus dem Jahr 1986:
STERN DES MÉLIÈS von Dore O., DE 1982, 12min / JOHNNY FLASH von Werner Nekes, DE 1986, 80min, Deutsch, 35mm
Öffnungszeiten Ausstellung: Fr–So 14:00–16:00 Uhr, oder auf Anfrage: plakatsammlung@sfgbasel.ch, freier Eintritt
Sa 14.11., 20h
Filmabend und Tanzfest
So 15.11., 18h30 - Wieder im Programm! Freier Eintritt/Kollekte.
No Other Land
Von Yuval Abraham+Basel Adra, Palästina/Norwegen 2024, 95 Minuten, Arabisch/deutsche+französiche Untertitel
Die Filmpremiere an der Berlinale hat in den deutschen Medien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Weshalb? In Masafer Yatta, einem Gebiet südlich der Stadt Hebron im besetzten Palästina, wehrt sich eine Gruppe, die sich «Youth of Sumud» nennt, mit gewaltfreien Mitteln gegen die andauernde Enteignung von Land und der ethnischen Säuberung des Gebiets zugunsten jüdischer Siedlungen samt Truppenübungsplatz der israelischen Armee. Aus der Zusammenarbeit des israelischen Friedensaktivisten Yuval Abraham und dem Palästinenser Basel Adra ist ein Film entstanden, der den stetigen Kampf gegen gewalttätige Siedler und die israelische Armee dokumentiert. Es ist die wahre Geschichte zweier Freunde, welche in diesen Tagen die politischen Eliten und ihre eingebetteten Berichterstatter in Rage bringt. Sehenswert, gerade deshalb!