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Programm

September 2010

 
Love Exposure

Programm vom September 2010 als PDF
Fünf Filme über die Liebe
+ jeden Samstag Luststreifen, queer cinema Basel.

Do 2.9. und Fr 3.9., 21h

Bin-jip

Von Kim Ki-duk, Südkorea 2004, 88 Minuten, Koreanisch/df
Mit Lee Seung-yeon, Lee Hyun-kyoon, Kwon Hyuk-ho

«Bin-jip ist eines jener Kinowunder, auf die man auf Festivals immer hofft, ein Film, aus dem man glücklicher herauskommt, als man hineingegangen ist. Es gibt Momente, da kommt man sich vor wie in einer Geschichte von Truffaut, weil sich die Schönheit so hinterrücks in die Bilder schleicht. Ein junger Mann steigt in Häuser ein, deren Bewohner verreist sind. Er stiehlt nichts, sondern macht es sich gemütlich, stöbert im Leben der Leute herum, repariert sogar dies und das und macht die Wäsche. In einem Haus aber begegnet er einer jungen Frau, die von ihrem Mann geschlagen worden ist. Als dieser zurückkommt und wieder gewalttätig wird, schießt ihn der Eindringling mit ein paar Golfbällen nieder. Woraufhin die Frau mitgeht, wortlos, und die beiden fortan gemeinsam in Wohnungen einsteigen. Natürlich kann die Sache nicht gutgehen. Sie werden ertappt, der Junge kommt ins Gefängnis. Woraufhin die Frau allein die Häuser aufsucht, in denen sie gemeinsam waren. Nach und nach wird eine Geistergeschichte aus dem Film, in der sich zwei Liebende nur noch berühren können über die Orte und Gegenstände, welche die Geschichte ihrer Liebe erzählen. Am Ende begreift man, daß kein einziges Wort zwischen den beiden gefallen ist, nicht eines. Und doch ist alles gesagt. Das ist ein Kunststück, das Kim Ki-duk so schnell keiner nachmachen wird.»
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 299/2004
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Luststreifen, queer cinema Basel - Im Anschluss an diese Vorstellung findet ein Gespräch mit Claudette statt, die Fragen zu ihrer Person und ihren politischen Aktivitäten beantwortet. Ebenfalls anwesend sein wird die Regisseurin des Dokumentarfilms, Sylvie Cachin. Wir freuen uns sehr, diese interessanten Gesprächspartner im Rahmen des Luststreifen Filmfestivals 2010 begrüssen zu dürfen.

Sa 4.9., 19h

Claudette

Von Sylvie Cachin, Schweiz 2008, 65 Minuten, F/e

Der Dokumentarfilm zeigt Episoden aus dem Leben der 60-jährigen Prostituierten Claudette. Die hermaphrodite Claudette aus Lausanne ist stolz auf ihren Beruf und steht mit anderen Sexarbeiter_Innen für ihre Rechte ein. Claudette ist kämpferisch, lebenslustig und leidenschaftlich. Ihr politischer Einsatz ist mutig und uneingeschränkt. Der Doku macht das Spannungsfeld sichtbar, in dem sich Claudette bewegt: Als Angehörige einer sexuellen Minderheit kämpft sie für ihre berufliche und private Freiheit und gesellschaftliche Akzeptanz. Claudettes Weg ist ein Parcours jenseits von gesellschaftlich vorgezeichneten Lebensentwürfen.
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Luststreifen, queer cinema Basel

Sa 4.9., 21h

Transamerica

Von Duncan Tucker, USA 2005, 103 Minuten, E/d

Die US-amerikanische Tragikomödie Transamerica ist das Spielfilmdebüt des Regisseurs und Drehbuchautors Duncan Tucker aus dem Jahr 2005. Der Roadmovie zeigt den Weg der konservativen Trans*sexuellen Bree, die kurz vor ihrer Geschlechtsumwandlung steht. Auf ihrer Reise quer durch Amerika muss sie sich mit eingefahrenen Familiengeschichten, einem plötzlich in ihr Leben tretenden drogenabhängigen Sohn und der Suche nach sich selbst auseinandersetzen. Von der Enge New Yorks bis zum unendlichen Himmel Arizonas spiegelt der Film die Gefühlsachterbahn von Bree und ihren Mitreisenden wieder. Felicity Huffman wurde 2005 für ihre schauspielerische Leistung als Trans*sexuelle Bree für den Oscar nominiert. Der Film ist als einer der wenigen Trans*filme in den USA kommerziell erfolgreich. Ein queerer Road movie zwischen amerikanischem Klischee und der latenten Verzweiflung des Independent- Kino.
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Do 9.9. und Fr 10.9., 21h

Wonderful Town

Von Aditya Assarat, Thailand 2007, 92 Minuten, Thai/df
Mit Anchalee Saisoontorn, Supphasit Kansen, Dul Yaambunying

«Anfänglich sieht alles ganz harmlos aus. Das Meer mit den sanft anbrandenden Wellen, die Kleinstadt Takua Pa im Süden Thailands, die wir mit dem Neuankömmling Ton entdecken. Der junge Architekt aus Bangkok soll den Bau einer Feriensiedlung überwachen. Das Hotel, in dem er unterkommt, hat zwar offensichtlich bessere Zeiten gekannt, doch der freundliche Empfang macht manches wett. Fast von selbst ergibt sich zwischen Ton und der das Hotel führenden Na eine neugierige, dann zärtliche Annäherung. Dass die Liebesgeschichte nicht zur Idylle werden kann, beginnt man als Zuschauer allmählich zu ahnen. Ein erstes beunruhigendes Zeichen sind die Ruinen von Ferienwohnungen direkt neben dem von Ton betreuten Neubau. Spätestens da begreift auch der ortsunkundige Zuschauer, dass wir uns an jener Küste befinden, die 2004 von der Tsunami-Katastrophe heimgesucht wurde. Man sollte sich davon nicht abschrecken lassen, denn ebenso wie Assarat die spektakulären Verwüstungsbilder vermeidet, verzichtet er auf jede vordergründige Eindeutigkeit. Gerade das scheinbar Normale, verbunden mit den Hoffnungen einer sich entwickelnden Liebesbeziehung, lassen die unter der fast idyllischen Oberfläche lauernden verheerenden Auswirkungen umso stärker auf uns wirken.»
Martin Girod, Neue Zürcher Zeitung
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Luststreifen, queer cinema Basel

Sa 11.9., 19h

Nobody passes perfectly

Von Saskia Bisp, Dänemark 2009, 44 Minuten, E&D/e

Ein dokumentarischer Spielfilm, der in leisen und weichen Bildern die Suche nach der Geschlechtsidentität aufzeigt. In intimen Gesprächen werden die feinen Nuancen der individuellen Geschlechtszugehörigkeit besprochen. Vieles bleibt offen – einzig wird deutlich, dass die vorgegebenen Geschlechterkategorien noch immer unausreichend sind. Der Film erweitert das Spektrum der möglichen Geschlechtsidentitäten und thematisiert den ewigen Versuch, sich zu definieren und die Notwendigkeit, immer wieder neu nach seiner Identität zu fragen.

Aztlan

Von Carolina Adriazola Astudillo, Chile 2009, 25 Minuten, Spanisch/e/f

Dieser Spielfilm in Doku-Manier ist ein Schock für die Sinne und die gängigen Geschlechtsidentitäten. Der Film zeigt die Geschichte einer Frau mit männlichen Sexualorganen und eines Mann in einem Frauenkörper auf: Zwei verlorene und einsame Menschen in einer stürmischen Welt, die sie ausschliesst. Sie finden beieinander Zuflucht, Verständnis und Schutz. Ihre verschmähten Körper werden einem liebevoll-rauhen Kamerablick unterzogen. Die wunderschöne Reise in das Land der Empathie ist eine starke Kritik an die harte Welt der Ausschlussysteme. (Black Movie Festival)
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Sa 11.9., 21h

El último verano de la Boyita

Von Julia Solomonoff, Argentinien 2009, 90 Minuten, E/e

In der sommerlichen Einöde Argentiniens begegnen sich die 12-jährige Jorgelina und der junge Mario. Jorgelina, die gerade Ferien auf dem Land mit ihrem Vater macht, beobachtet das landwirtschaftliche Treiben in der argentinischen Hitze. Dabei wird sie auf den jungen Mario aufmerksam, der für ein Pferderennen trainiert. Die sexuell völlig Unerfahrene nähert sich dem in sich gekehrten Arbeiterjungen. Die zaghafte Annäherung und die kindliche Verliebtheit der Beiden mündet in der Aufdeckung eines Geheimnisses. Mario ist nicht so sehr Mann wie es den Anschein hat. Oder etwa doch? „El último verano de la Boyita“ ist eine Hommage an die endlosen Sommer der Kindheit und die ersten Wirrungen bei der Annäherung an die Sexualität.
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Do 16.9. und Fr 17.9., 21h

Happy Together - Chung gwong cha sit

Von Wong Kar-Wai, Hong Kong 1997, 96 Minuten, CN/SP/df
Mit Tony Leung, Leslie Cheung, Chen Chang

«Zwei chinesische Männer auf einer Reise in Argentinien. Ihre Streits sind ebenso heftig wie ihre Liebesnächte. Ihr Ziel: die Wasserfälle von Iguassu. Doch dieses Ziel bleibt ebenso Traum wie Freiheit und Liebe. Lai Yiu-fai (Tony Leung) und Ho Po-wing (Leslie Cheung) trennen sich. Das Leben wird zum mühsamen Versuch, sich ein Flugticket in die Heimat zusammenzusparen. Lai wird Türsteher einer Tangobar; Ho taucht, von Schlägern übel zugerichtet, wieder auf. Lai nimmt ihn zu sich in die winzige Einzimmerwohnung. Wie Verdammte klammern sie sich aneinander, wie Verdammte hassen und verletzen sie sich. Lai wechselt den Job, arbeitet als Koch, verliebt sich in seinen Kollegen Chang. Die Eifersucht verstärkt den Haß. Die Eifersucht beweist, daß da noch Liebe ist. Der Schmerz beweist, daß man noch lebt. Und mit einem auch immer noch die Träume … Wong Kar-wai greift kaum auf etablierte Muster des Erzählkinos zurück; stattdessen zieht er das Publikum durch Bewegung, Rhythmus, Farbe, Klang in seinen Bann. Perfekt schafft er Stimmungen, läßt zu dem allgegenwärtigen Tango Appasionado von Astor Piazzolla eine leidenschaftliche Traurigkeit entstehen, vermittelt alles Wesentliche eher subkutan, gibt einem das Gefühl, mit offenen Augen zu träumen. Wong Kar-wais schonungsloses Hohelied der Liebe bietet ein völlig stimmiges, aufregendes und anrührendes, schmerzvolles und hoffnungmachendes, rauschhaft intensives Kinoerlebnis.»
Thomas Willmann, artechock.de
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Sa 18.9., 19h

L'ordre des mots

Von Cynthia und Mélissa Arra, Frankreich 2007, 75 Minuten, F/e

Was bedeutet es, zwischen den Geschlechtern zu leben? Der Dokumentarfilm portraitiert sechs trans*sexuelle, intersexuelle und genderqueere Menschen in Frankreich. Im Mittelpunkt steht ihr Kampf gegen die vorherrschenden Geschlechternormen. Die Protagonist_Innen erzählen von ihrem Leben in einer zweigeschlechtlichen Gesellschaft: Von Glücksmomenten, vom schwierigen Ringen mit sich selbst, mit ihrem Umfeld und mit konservativen Mediziner_Innen. Einer der Porträtierten ist Vincent Guillot, der aktiv in der Intersexuellen-Bewegung ist. Der Film gibt auch Einblick in die Strategien der Gruppe GAT (Groupe Activiste Trans), die mit subversiven Aktionen in Paris Unruhe stiftete.
(Quelle: http://www.likeyou.com/en/node/17203)
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Sa 18.9., 21h

XXY

Von Lucía Puenzo, Spanien, Frankreich 2007, 89 Minuten, Spanisch/d

Die Coming-of-Age-Story spricht über das Erwachsenwerden, über Sexualität und den fragwürdigen Begriff der Normalität. Lucía Puenzos erster Langfilm ist ein Weg zu sich selbst: Die junge Alex ist intersexuell – scheinbar ein medizinischer Fall. Jedoch sind die Probleme, die sie als 15-Jährige bewältigen muss, anderer Natur: Sie ist gesellschaftlichen Anfeindungen ausgesetzt und muss sich für ihre Geschlechtsidentität rechtfertigen. Ihr sexuelles Begehren sorgt zudem für viel Verwirrung und findet jenseits der bekannten Schubladen statt. Die argentinische Regisseurin zeigt mit ihrem Regiedebüt ein einfühlsames, ehrliches Drama, das sich behutsam und subtil den Schwierigkeiten der Protagonist_Innen nähert. Der Film wurde 2008 mit dem Goya für den besten ausländischen Film in spanischer Sprache ausgezeichnet.
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Luststreifen, queer cinema Basel

Sa 18.9., 23h

Strella

Von Panos H. Koutras, Griechenland 2009, 113 Minuten, Griechisch/d

Der griechische Regisseur Koutras erzählt von Liebe und Familien, die nicht nur in den sonst üblichen Formen vorkommen. Mit eigenartigem Humor und viel Liebe zu den Charakteren wird die Begegnung zwischen einem 45-jährigen Ex-Häftling und einer jungen Trans*sexuellen aufgezeigt. Alles ist ein wenig anders in dieser dramatischen Geschichte: Die Familienverhältnisse, die aus Not und Sehnsucht entstanden sind, die Körper, die irgendwo zwischen Frau und Mann verweilen oder die Räume, in denen der Film spielt. Koutras spielt mit Verfremdung und Transzendenz und kreiert dadurch eine alle Grenzen überschreitende Geschichte mit wunderschönen Bildern und grossartigen Dialogen.
(Quelle: http://www.kino-zeit.de/filme/strella)
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Do 23.9. und Fr 24.9., 20h

Love Exposure - Ai no mukidashi

Von Sion Sono, Japan 2008, 237 Minuten, J/d
Mit Takahiro Nishijima, Hikari Mitsushima, Sakura Ando

«Auf den ersten Blick ist es die älteste Story der Welt: boy meets girl. Yu, der Sohn eines katholischen Priesters, befindet sich auf Abwegen, weil er den Vater nur durch Sünden für sich interessieren kann. In Wahrheit aber sucht er seine Maria, die große Liebe, die ihm seine Mutter am Sterbebett versprochen hatte. Als er Yoko trifft und ihn der Donnerschlag der Gefühle erschüttert, ist er wegen einer verlorenen Wette dummerweise gerade als Frau kostümiert. Yoko geht es nicht anders als Yu, nur glaubt sie nach der ersten Begegnung, dass sie eine Frau geküsst hat und eine Perverse sei … Pulp Ficition aus Japan: Eine grosse Kinooper, die jeden Rahmen sprengt. Wie will man eine solche Erfahrung beschreiben, wie einen Film zusammenfassen, der vier Stunden lang ist und dabei ziemlich kurzweilig? Love Exposure mischt das zumindest auf den ersten Blick Unvereinbare: Katholizismus und sexuelle Perversion, Beethoven und Japan-Pop, Kampfkunst und Romantik, religiöses Sektierertum und libertäre Gesinnung, Sünde und Unschuld. Der Punkt, an dem sich das alles trifft und vereint, ist der einzige, der dazu in der Lage ist: die Liebe. Sion Sono, der Fassbinder als Vorbild nennt, ist ein einzigartiges Kinoerlebnis gelungen. Es ist, einmal muss man das hinschreiben, ein genialer Film. Love Exposure hat alles. Er ist einfach atemberaubend. Der Film des Jahres.»
Rüdiger Suchsland, Frankfurter Allgemeine Zeitung / artechock.de
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Sa 25.9., 19h

Still Black: A Portrait of Black Transmen

Von Kortney Ryan Ziegler, USA 2008, 77 Minuten, E

Der Dokumentarfilm portraitiert verschiedene afroamerikanische Trans*menschen. Die RegisseurIn lässt die Prota gonist_ Innen in ihrer eigenen ganz privaten Umgebung sprechen. Kortney Ryan Ziegler sagt dazu: «The people in the film stepped outside of theirs. I hope people see the film and feel the same way.» Ziegler hat es geschafft, die Menschen aus ihrer geschützten Umgebung auf die Leinwand zu holen. Sie zeigt uns Bilder in entspannter Atmosphäre. «They may change their bodies and who they are, but they're still Black. It's sexy,» sagt Ziegler. «Whatever they do with their lives, their Blackness is still visible.» Mit «Claudette» Favorit der Festivalleitung!
Quelle Zitate: www.colorlines.com/archives/ 2009/07/ portraits_of_black_trans_men.html)
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Luststreifen, queer cinema Basel

Sa 25.9., 21h

Boys Don't Cry

Von Kimberly Peirce, USA 1999, 77 Minuten, E/d

Das US-amerikanische Filmdrama ist eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Brandon Teena, der junge Frau-zu-Mann-Trans*sexuelle, verlässt unter männlichem Namen seinen Heimatort in der amerikanischen Provinz, um ein neues Leben zu beginnen. Bald darauf lernt er Lana kennen und verliebt sich in sie. Jedoch bewahrt er seine Trans*identität für sich. Das Versteckspiel hat schlimme Folgen für die beiden. Im Jahr 2000 gewann Hilary Swank den Oscar und den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin. Der Film thematisiert die Brutalität, mit der Menschen mit queeren Geschlechtsidentitäten gezüchtigt werden, wenn ihre Abweichung von der Norm ans Licht kommt.
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Do 30.9. und Fr 1.10., 21h

The Wayward Cloud - Tian bian yi duo yun

Von Tsai Ming-liang, Taiwan 2005, 114 Minuten, Mandarin/df
Mit Kang-sheng Lee, Shiang-chyi Chen, Yi-Ching Lu

«Shiang-Chyi und Hsiao-Kang sind sich bereits in einem früheren Film von Tsai Ming-liang (What time Is It there?) begegnet. Als die junge Frau aus Taipeh fortzieht, verlieren sie sich aus den Augen. Bei ihrer Rückkehr ist Hsiao-Kang verschwunden. Kurze Zeit später führt sie der Zufall erneut zusammen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Hsiao-Kang verkauft keine Uhren mehr. Er dreht Pornofilme. Und in Taipeh hat es ewig nicht geregnet. Die Wasserknappheit verändert das Verhalten der Menschen und wird zur Obsession. Gibt es in dem brutalen Chaos noch Raum für die Liebe? … Die Liebenden aus What Time is it There? begegnen sich also ein zweites Mal und greifen ihre zarte Romanze wieder auf, ebenso wie auch die Motive von Tsaio Ming-liangs Film wiederauftauchen – das Wasser, die nackten Körper, die Naturkatastrophe. Dazwischen immer wieder die von Tsai Ming-liang geliebten Musicaleinlagen aus den 50er- und 60er-Jahren, die von romantischeren Zeiten künden. Die Kombination aus schnödem Hyperrealismus und stilisiertem Kitsch erzeugt eine seltsame Spannung zwischen Komik und Tragik, zwischen Groteske und Melodram, Lakonie und Tristesse. Tsai Ming-liangs Bilder sind sicher das Mutigste und Witzigste, was der diesjährige Wettbewerb [Berlinale 2005] zu bieten hatte, und dies ohne jedes pornographisch-sensationalistische Kalkül.»
Martin Rosefeldt, ARTE
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