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Programm

Juni 2013

 
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Versteht mich noch jemand?
Filme auf Jiddisch

Programm vom Juni 2013 als PDF
Grafik: Fabian Peña
Was ist Jiddisch: eine Sprache, ein Dialekt oder eine Sprache mit Dialekten? Und was hat das ganze mit Baseldytsch zu tun? Das Jiddische wurde von mehreren Millionen Ostjuden vom Baltikum bis ans Schwarze Meer gesprochen, vermittelte eine sprachliche Heimat und Identität über zahlreiche Landesgrenzen hinweg.
Wir zeigen vier Filme in Jiddischer Sprache aus den Jahren 1939/40 und 1948. Diese Filme wurden für ein jiddischsprachiges Publikum gedreht. Zwei der Filme stammen aus Polen und zwei bereits aus den USA, dem Ziel zahlreicher Auswanderer seit den 1880er-Jahren. Sie vermitteln einen melancholischen, bisweilen verklärenden Blick zurück in die alte Welt der Schtetl (jüdische Dörfer oder Stadtteile) und einen Blick in die neue Welt, wobei trotz aller Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen auch der Verlust von Identität thematisiert wird.
Für Neugierige empfehlen wir Aptroot/Gruschka: Jiddisch. Geschichte und Kultur einer Weltsprache, München 2010.
Alle Filme werden uns vom National Center for Jewish Film (Brandeis University, Boston) zur Verfügung gestellt. In dieser nicht gewinnorientierten Institution werden historische Filme gesammelt, restauriert und konserviert.
Besonderer Dank an Besonderer Dank an Alexander N. Daniels (US-Embassy Bern), Prof. Heiko Haumann, Yakov Kazhdan, Dr. Gaby Knoch-Mund, Dr. Erik Petry, Liza Skvortsova sowie an alle Experten, die sich bereit erklärt haben, Einführungen zu den Filmen zu machen. Das Programm ist Henri Carnaud (Cadik Hersz Czarnobroda) und Claude Carnaud gewidmet.
Ein Nachzügler zu unserem iranischen Mai-Programm...

Sa 1.6., 21h und So 2.6., 19h

Here Without Me - Inja Bedoone Man

Von Bahram Tavakoli, Iran 2011, 100 Minuten, Persisch/e

Tennessee Williams’ „Die Glasmenagerie“ auf den Iran übertragen: Eine alleinerziehende Mutter versucht, ihre beiden schon erwachsenen Kinder durchs Leben zu manövrieren. Sorgen macht ihr die gehbehinderte Tochter, die sich aus dem Alltag träumt. Ihr Bruder soll ihr dabei helfen, den richtigen Ehemann zu finden. Der aber flüchtet ins Kino. Die hervorragenden Darsteller machen das Kammerspiel auf der Leinwand zu einem intensiven Erlebnis.
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Do 6.6. und Fr 7.6., 21h

Shloft der Mark - שלאָפֿט דער מאַרק - The Market Sleeps

Von Paul Fisher, USA 2012, 2 Minuten

Paul Fishers Video Shloft der Mark lässt eintauchen in ein Gedicht aus dem Jahr 1922. Der Autor dieses Gedichts ist Perez Markisch (geboren 1895 in der heutigen Ukraine, in Moskau in der sog. „Nacht der ermordeten Dichter“ 1952 erschossen).

Fishke der Krumer - פֿישקע דער קרומער - Fishke the Lame

Von Edgar G. Ulmer, USA 1939, 94 Minuten, OV/e

Fishke und Hodel träumen von einem besseren Leben in Odessa, um ihrem konservativen, durch und durch abergläubischen Umfeld zu entkommen. Sie sind über alle Ohren ineinander verliebt und wollen miteinander leben. Doch beide sind bettelarm und leben von der Hand in den Mund, denn Fishke ist körperlich behindert und Hodel blind. Erst die List des gebildeten Buchhändlers Mendele schafft einen Ausweg aus ihrer hoffnungslosen Situation.
Edgar G. Ulmer verfilmt den 1869 erschienenen sozialkritischen Roman Fishke der Krummer/Der lahme Fischke von Mendele Moicher Sforim.
Einführung:
Do: Dr. Shifra Kuperman (Lehrbeauftragte für Jiddisch am Zentrum für Jüdische Studien, Uni Basel)
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Do 13.6. und Fr 14.6., 21h

Yiddish Lullaby (Oyfn Veg Shteyt A Boym - אויפֿן װעג שטײטאַ בוים )

Von Liza Skvortsova, RUS 2005, 4 Minuten, OV

Liza Skvortsova hat für das bekannte jiddische Kinderlied Oyfn Veg Shteyt A Boym/Auf dem Weg steht ein Baum (Text von Itzik Manger) einen Animationsfilm geschaffen. Das Projekt World Lullabies von Liza Skortsova macht Animationsfilme zu Wiegenliedern aus der ganzen Welt.

A Brievele der Mamen - אַ בריװעלע דער מאַמען - A letter to Mother

Von Joseph Green+Leon Trystand, PL 1939, 108 Minuten, OV/e

Eine Mutter kämpft für ihre Kinder. Der Vater ist als erster der Familie nach Amerika ausgewandert, um von dort aus seine arme Familie besser unterstützen zu können. Doch die im Osten Polens zurückgebliebene Famile bleibt ohne Nachricht. Die Mutter ist eine starke Frau, mit der es das Leben nicht leicht macht. Als sie nach zahlreichen Schicksalsschlägen alleine zurückbleibt, nimmt sie allen Mut zusammen und wandert ebenfalls aus. Dieses Melodrama zeigt die Zerrissenheit zwischen Bangen und Hoffnung auf eine bessere Zukunft in der Neuen Welt und zwischen Liebe und Ablehnung der Heimat.
Die Uraufführung dieses Polnischen Films fand in New York statt – zwei Wochen nach dem deutschen Angriff auf Polen.
Einführung:
Do+Fr: Nava Rueff-Honig (Jüdisches Museum Schweiz)
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African Cinema - Bewegte Perspektiven. Diskussion nach dem Film.

Sa 15.6., 21h

Kaddu Beykat - Lettre paysanne

Von Safi Faye, Senegal 1975, 97 Minuten, Serer+Französisch/deutsch

Seit langem möchten Ngor und Columba heiraten, doch fehlt ihnen das Geld dazu. Darum verlässt Ngor sein Dorf und sucht Arbeit in Dakar. Nach seiner Rückkehr schildert er in einem Brief seine Erfahrungen als Lohnarbeiter in der Stadt.
Safi Faye gab dabei den Darstellern nur ansatzweise eine Handlung vor und liess ihnen viel Raum ihre eigene Geschichte zu erzählen. Der Film ist eine scharfe Kritik an der postkolonialen Landwirtschaftspolitik im Senegal und gleichzeitig eine Auseinandersetzung der Regisseurin mit dem Genre des ethnographischen Films.
Mit diesem Werk erlangte Safi Faye als eine der ersten Frauen aus Afrika internationale Aufmerksamkeit.
Gast: Prof. Ute Holl (Seminar für Medienwissenschaft, Uni Basel)
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Do 20.6. und Fr 21.6., 21h

Amerikaner Shadkhn - אַמעריקאַנער שדכן - American Matchmaker

Von Edgar G. Ulmer, USA 1940, 87 Minuten, OV/e

Leo Fuchs, der "Jiddische Fred Astaire", spielt einen erfolgreichen jüdisch-amerikanischen Businessmann. Nur mit der Liebe klappt es nicht wie geplant. Bereits sieben Verlobungen sind geplatzt. Als auch der achte Versuch scheitert, beschliesst Leo Fuchs, es seinem Onkel gleich zu tun. Dieser hatte zwar ebenfalls selbst nie Glück mit der Liebe, doch als Heiratsvermittler für andere hatte er immer grossen Erfolg. Selbstverständlich gibt es in dieser ganz amerikanischen Musikkomödie auch für unseren neurotischen, an Woody Allen erinnernden Titelheld im letzten Moment doch noch ein Happy End.
Einführung:
Do+Fr: Isabell Schlerkmann (Historikerin und Kulturmanagerin)
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Do 27.6. und Fr 28.6., 21h

Yiddish Lullaby (Oyfn Veg Shteyt A Boym - אויפֿן װעג שטײטאַ בוים )

Von Liza Skvortsova, RUS 2005, 4 Minuten, OV

Liza Skvortsova hat für das bekannte jiddische Kinderlied Oyfn Veg Shteyt A Boym/Auf dem Weg steht ein Baum (Text von Itzik Manger) einen Animationsfilm geschaffen. Das Projekt World Lullabies von Liza Skortsova macht Animationsfilme zu Wiegenliedern aus der ganzen Welt.

Unzere Kinder - אונדזערע קינדער - Our Children

Von Natan Gross+Shaul Goskind, PL 1948, 68 Minuten, OV/e

UNZERE KINDER ist eine jiddischsprachige Dokufiction, die versucht, trotz allem Erlebten in die Zukunft zu schauen – in Polen im Jahr 1948. Zwei Schauspieler sollen die Kinder in einem abgelegenen jüdischen Waisenhaus mit ihren Sketchen wieder zum Lachen bringen. Doch als die beiden Schauspieler durch Zufall hören, was sich die Kinder nachts im Schlafsaal erzählen, nimmt das Projekt eine neue Wendung. Jetzt werden die Kinder zu Schauspielern. Sie zeigen den erstaunten Erwachsenen, dass im Singen, Tanzen und Geschichtenerzählen eine befreiende Kraft liegt, die es ihnen ermöglicht, über das Erlebte zu sprechen. Der Film ist eine intensive und überraschend frühe Auseinandersetzung mit der Frage, wie man den Holocaust erzählen kann.
Einführung:
Do: Dr. Tamar Lewinsky (Zentrum für Jüdische Studien, Uni Basel)
Fr: Clea Wanner (Departement Geschichte, Uni Basel)
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Sa 29.6., 21h

Kurz & Knapp 24 - Jubiläum 10 Jahre


Hier ist der Trailer und das Programm als PDF.
FEIERABEND von Alex E. Kleinberger, Schweiz 2006, 9'
Eine alte Frau geht kurz vor Feierabend einkaufen. Mit ihrer umständlichen Art und allerlei Anekdoten verärgert sie die anderen Kunden. Kurz bevor die Situation eskaliert, nimmt das Ganze eine unerwartete Wende... Nachdem «Feierabend» in Solothurn den Schweizer Kurzfilmpreis gewann und kurz darauf bei Kurz & Knapp St. Gallen lief, platze das KuGl fast aus allen Nähten. Danke, Alex! (Denis)
WE HAVE DECIDED NOT TO DIE von Daniel Askill, Australien 2004, 11'
Starke Musik, klare Bilder und spannende Erzählweise, die über die Jahre in meinem Kopf haften geblieben sind. Kompliment an Daniel Askill (Michael)
WAGAH von Supriyo Sen, Deutschland 2009, 12'
«Wagah» zeigt einen Einblick in die Rituale am Grenzübergang zwischen Indien und Pakistan. Ich habe den Film gewählt, weil meine Wurzeln aus Indien stammen und weil mir dieser Kurzfilm sehr nahe gegangen ist, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. «Wagah» war der Publikumsgewinner der Kurzfilmtage Winterthur 2010 und gewann auch im selben Jahr den Talent Award in Berlin. (Mina)
PLEASE SAY SOMETHING von David O’Reilly, Irland 2008, 10'
Eine bittersüsse Liebesgeschichte zwischen Katz und Maus in einer futuristischen urbanen Welt, erzählt in einer Reihe von lose verknüpften, poetischen Episoden und einer ganz eigenen Sprache. (John)
STAPLERFAHRER KLAUS von Jörg Wagnern+Stefan Prehn, Deutschland 2001, 9'
Klaus Bersek ist frischgebackener Besitzer eines Führerscheins für Gabelstapler. Der erste Arbeitstag gerät zur Prüfung seiner jüngst erworbenen Fertigkeiten und kulminiert in einem Amoklauf bei dem kein Auge trocken bleibt. Ein Mix aus Slapstick und Splatter. Seit Anfang an mit dabei, oftmals gezeigt aber schon lange nicht mehr gesehen. Genau der richtige Film für unser Jaubiläum. (Faro)
~ ~ ~ Pause ~ ~ ~
THREE WALLS von Zaheed Mawani, Kanada 2011, 29'
Der Film beobachtet die Entwicklung der Büro-Koje von ihrer Entstehung in der zweiten Hälfte der Sechziger Jahre an bis zu ihrem heutigen Status als dominierende Form der Büroeinrichtung in Nordamerika. Zaheed zeigt in seinem Erstlingswerk auf witzige, zynische und absurde Weise die Beziehung zwischen Mensch, Raum, Funktion und Gesellschaft auf. Spannend, unterhaltend, lehrreich. Kurz und Knapp: Alles, was ein guter Dokfilm sein sollte. (Laura)
ONE UP DOWN LEFT RIGHT von Jonas Meier, Schweiz 2009, 3'38"
Mit Sicherheit einer der kreativsten Schweizer Musikclips der letzten Jahre. Zurücklehnen und geniessen! (Christian Winti Plus)
PEOPLE SAY IT ALL THE TIME von Young Enterprise, Grossbritannien 2009, 8'
Man trifft auf eine faszinierende Person und ist plötzlich verliebt. Die Freundschaft aufs Spiel setzen oder einfach glücklich sein, dass man sich begegnet ist? Mit seiner Einfachheit hat mich der Film zum Lachen und Nachdenken gebracht. Seine Mischung aus Leichtigkeit und mitschwingender Melancholie berührt und man fragt sich, welche Entscheidung man selbst getroffen hätte: Heimliche Verehrung oder Konfrontation?
FUTTER von Carsten Strauch, Deutschland 1996, 4'30"
«Futter» wurde an meinem 1. K&K gezeigt. An diesem Tag ging es mir nicht besonders gut und dieser Film war das Erste, das mich zum Lachen brachte mit seiner bizarren doch auch liebevollen Schräge. (Priti aka Rahm Spinat)
NIE SOLO SEIN von Jan Schomburg, Deutschland 2004, 9'45"
Was hilft, wenn du eines Morgens aufwachst und sich die Welt rückwärts dreht? Schlimmer: Wenn alle Leute rückwärts gehen, rückwärts einkaufen, rückwärts essen? Alle ausser du. Da wird es plötzlich sogar zum unlösbaren Problem, ein Glas Wasser zu trinken. Aber zum Glück gibt’s da noch die erfrischende Kraft der Liebe... (Christian)
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