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Programm | neues kino Basel


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Grafik: Julia Weiss

Dezember 2016
Weird West

Im Dezember wagt das neue kino einen Streifschuss durch das Westerngenre. Spaghetti wird es keine geben, dafür eine Portion Anti-Western: Märchenhafter Surrealismus, scharfe Politsatire und Indianerkitsch-Trash. Dass diese Filme nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten, sind wir uns bewusst.
Pferd, Revolver und schöne Landschaften – Die «klassische» Westernästhetik lag uns doch am Herzen. Alle Filme bedienen sich zwar der Klischees des Genres, mischen diese jedoch kräftig durch. Das Resultat daraus ist ein witzig kritisches Spiel mit dem Western-Genre.
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Do 8.12. und Fr 9.12., 21h
My Sweet Pepper Land
Von Hiner Saleem, Irak/D/F 2013, 100 Minuten, Zazaki+Arabisch+Türkisch/d
Der ehemalige kurdische Unabhängigkeitskämpfer Baran findet sich als Polizeikommandant in Qamarian wieder, wo er auf die junge Lehrerin Govend trifft. Hier, im Niemandsland der Grenze zum Iran, Irak und der Türkei, kämpfen die beiden gegen althergebrachte Strukturen.
Der irakisch-kurdische Regisseur Hiner Saleem wirft in diesem kurdischen Western einen schonungslosen Blick auf die Machtverhältnisse in der heutigen Autonomen Region Kurdistan. Und doch wird die Liebesgeschichte von Baran und Govend, im Übrigen eingebettet in eine wunderschön karge Landschaft, stets auch mit Humor erzählt.
Do 15.12. und Fr 16.12., 21h
Walker
Von Alex Cox, USA/Mexiko/ESP 1987, 94 Minuten, ENGLISCH
Alex Cox prangert in diesem Streifen den Krieg der USA gegen die demokratisch gewählte Regierung im Nicaragua der 80er Jahre an. Dies indem er die Geschichte des William Walker erzählt, der im 19. Jahrhundert einen Staatsstreich in Nicaragua durchzieht und sich zum Präsidenten ernennt. In diesem «katastrophal anachronistischen Film» (Washington Post) kommt es schon mal vor, dass jemand ein automatisches Sturmgewehr bedient, dabei Auto fährt und dann vom Hubschrauber abgeholt wird. Ulkig-komisch, brutal und sehr lehrreich ist dieser abgedrehte Polit-Western, der mit Fug und Recht als «drittklassige Peckinpah-Imitation» (Newsweek) bezeichnet werden kann.
Sa 17.12., 21h - ciné sonderbar präsentiert
Deadlock
Von Roland Klick, BRD 1970, 85 Minuten, D
Zwei Banditen flüchten nach einem Banküberfall in ein einsames Kaff, bewohnt nur noch von Vater Dump und seiner Tochter. Ein zermürbender Tanz um die Beute beginnt.
Wenn Alejandro Jodorowsky sich für diesen Film zu begeistern weiss («Deadlock ist phantastisch. Ein bizarrer, glühender Film!»), darf man einiges erwarten. Ein psychedelischer Western, in dem sich die Genrekonventionen in rasendem Stillstand zu einem absurden und bildgewaltigen cineastischen Mahlstrom verdichten. Mit einem berauschenden Krautrock-Soundtrack von Can.
Do 22.12. und Fr 23.12., 21h
Blackthorn
Von Mateo Gil, ESP/F/Bolivien/UK 2011, 102 Minuten, Sp+E/d
Bolivien 1927: Hier lebt der gealterte Butch Cassidy unter seinem Decknamen «James Blackthorn» ein zurückgezogenes, friedliches Leben und schmiedet Pläne einer Rückkehr in die Vereinigten Staaten. Diese werden jedoch jäh zunichte gemacht, als er auf den Mineningenieur Eduardo trifft.
Sam Shepard, wie er zur Musik von Lucio Godoy durch die Salzwüste Boliviens reitet: Epischer könnte eine Hommage Butch Cassidys nicht ausfallen. Anhand der legendären Westernfigur werden im wohl klassischsten Western unseres Monats Wertevorstellungen und das Altwerden thematisiert und die archaische Natur Boliviens mit der beginnenden Moderne verknüpft.
Sa 24.12., 23h - Weihnachtsnocturne* mit Glühwein und Apple Pie ab 22h30
Flaming Star
Von Don Siegel, USA 1960, 101 Minuten, E/d
Pacer, gespielt vom King of Rock’n’Roll Elvis Presley, wächst als Sohn eines Texaners und einer Kiowa auf. Als die Kiowa texanische Höfe angreifen wird sich Pacer bewusst, dass er in keine der beiden Welten wirklich gehört.
Als zuerst Marlon Brando und dann Frank Sinatra für die Hauptrolle absprangen, wurde Presley gecastet. Dieser wehrte sich gegen sein Image als gitarrenschwingende Singdrossel und bestand auf einer ernsthaften Rolle. Gott sei Dank wurde er dennoch zum Singen verdonnert. Irgendwie ethnokitsch-romantisch, schwingen in diesem Film Fragen zu Rassismus, Vertreibung und Recht auf Selbstbestimmung mit. Auch wenn die Indianer «wie im Western» daherkommen, so ist doch klar: Das ist ihr Land und die «Bleichgesichter» haben es ihnen weggenommen. Pax vobiscum!
*Im Restaurant Platanenhof (www.platanenhof-basel.ch)nebenan: Festliches Weihnachtsmenu ab 18h30. Reservation erforderlich: Telefon 061 631 00 90. Menu und Eintritt ins Neue Kino in Kombination vergünstigt.
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