Programm | neues kino Basel  NEU: Unsere gescannten Plakate/Fliers in der Plakatsammlung 


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Grafik: Elena Palumbo

Januar 2026
Zwischen dort & hier - Über Flucht, Migration und Ankommen

Im Januar richten wir den Blick auf Erfahrungen, die Menschen auf der Flucht und im Ankommen begleiten: das Zusammenspiel von vergangenen Orten und neuen Lebensrealitäten, der Umgang mit Behörden und Hindernissen, Unsicherheiten im Alltag, aber auch Humor, Selbstbehauptung und Momente unerwarteter Nähe. Die Filme zeigen verschiedene Wege des Ankommens – leise, dokumentarisch, persönlich oder aus der Perspektive von Familien über Ländergrenzen hinweg.
Sie erzählen von Orientierung in einer neuen Umgebung, von Beziehungen, die Halt geben, und vom Suchen nach einem Platz, an dem man bleiben kann. Die Reihe lädt dazu ein, ins Gespräch zu kommen – darüber, was Ankommen bedeutet, wie ein neues Zuhause entstehen kann und welche Formen von Solidarität dabei eine Rolle spielen.
Diese Filmreihe entstand in Kooperation mit GGG Benevol anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Programms «Gastfamilien für Geflüchtete». Das Programm von GGG Benevol bringt Menschen mit Fluchterfahrung mit Personen zusammen, die ihnen vorübergehend oder längerfristig Wohnraum und nach Möglichkeit Unterstützung anbieten, sei es in Familien, Wohngemeinschaften oder anderen Wohnformen. Die Gastverhältnisse werden während des ganzen Prozesses von GGG Benevol begleitet.
Im Anschluss an die Filmvorführungen wird jeweils eine Person von GGG Benevol anwesend sein, um über das Programm zu informieren.
Do 1.1. und Fr 2.1., 20h30
Fremont
Von Babak Jalali, USA 2023, 91 Minuten, E/d
Donya hat als Übersetzerin in ihrer afghanischen Heimat für die US-Regierung gearbeitet und konnte sich im letzten Moment vor der Herrschaftsübernahme durch die Taliban absetzen. Jetzt lebt sie allein in Fremont, Kalifornien, in einem Gebäude mit anderen afghanischen Einwander:innen. Sie kann kaum schlafen, isst oft allein in einem örtlichen Restaurant und schaut regelmässig Soaps. Ihre Routine fernab der Heimat ändert sich, als sie in ihrem Job in einer Glückskeks-Fabrik zum Glücksengel befördert wird. Während ihre Lebensweisheiten von wildfremden Menschen in der ganzen Bay Area gelesen werden, treibt Donyas schwelende Sehnsucht sie dazu, eine eigene Botschaft in die Welt hinauszusenden, ohne zu wissen, wohin sie führen wird. Babak Jalali führt uns mit zärtlichem Humor und wohltuender Lakonik à la Jim Jarmusch vor Augen, was Menschen einander näherbringen kann. (Trigon)
Do 8.1. und Fr 9.1., 20h30
Semret
Von Caterina Mona, CH 2022, 85 Minuten, Schweizerdeutsch/Tigrinia/d/f
Semret konnte nach ihrer Flucht aus Eritrea Fuss fassen und lebt mit ihrer Tochter Joe in Zürich. Alles läuft soweit gut: Tagsüber arbeitet sie in einem Spital und abends studiert sie für die Ausbildung zur Hebamme. Allerdings drängt Joe immer stärker darauf, mehr über ihre Herkunft und Vergangenheit zu erfahren. Sie ist im Teenageralter und setzt sich intensiv mit der Frage ihrer Identität und Zugehörigkeit auseinander. Dies allerdings zum Leidwesen von Semret, die sich dadurch wieder mit ihrer schwierigen Vergangenheit konfrontiert sieht. Mit der Hilfe von Yemane, einem neuen Angestellten des Krankenhauses, der auch Flüchtling aus Eritrea ist, kann sie sich schliesslich den traumatischen Erinnerungen an ihre Flucht stellen. (Cineman und Swiss Films)
Do 15.1. und Fr 16.1., 20h30
Flee
Von Jonas Poher Rasmussen, DK/FR/SE/NO 2021, 94 Minuten, Dari/Da/Ru/E/d
Hauptperson in diesem Animationsfilm ist Amin, 36 und anerkannter Akademiker, der in Dänemark lebt. Bislang hat er sich stets geweigert, mit irgendwem über seine Herkunft zu sprechen. Doch jetzt steht Amin an einem Wendepunkt: Er und sein Lebensgefährte wollen zusammenziehen und bald heiraten. Amin spürt, dass er sich seiner Vergangenheit und seinen Erinnerungen nun stellen muss: Er war noch ein Junge, als er mit seiner Mutter und seinem Bruder aus Afghanistan geflüchtet ist. Schliesslich ist Amin als 16-Jähriger ganz allein in Dänemark gelandet – auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit, mit der Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft. (Filmcoopi)
Mo 19.1., 20h30 - Freier Eintritt/Kollekte, im Anschluss Q&A auf Englisch mit der Regisseurin Margot Tjolle.
Yuturi Warmi - ResistAnts
Von Margot Tjolle, Ecuador 2025, 61 Minuten, Spanisch/d
YUTURI WARMI - RESISTANTS ist eine visuelle Reise ins Herz des ecuadorianischen Amazonasgebiets, wo eine Gruppe indigener Kichwa-Frauen – die Bullet Ant Women - sich zur Verteidigung ihres Territoriums und ihrer Lebensweise erheben. Während sich der Goldabbau in den Wald ausbreitet, Flüsse vergiftet und Gemeinschaften zerbricht, verkörpern diese Guardianas einen entschlossenen und zugleich sanften Widerstand, der auf dem Wissen ihrer Vorfahren, Gegenseitigkeit und feministischer Solidarität basiert. Entstanden aus der Zusammenarbeit zwischen Filmemacherin Margot Tjolle (Website und Instagram) und der Serena Community, ist dies ein widerständiger wie auch beziehungsknüpfender Film.
Do 22.1. und Fr 23.1., 20h30
Die Anhörung
Von Lisa Gerig, CH 2023, 81 Minuten, TA/Dari/F/E/D/d
Zwei Frauen und zwei Männer, die sich in der Schweiz um Asyl bewerben, spielen zusammen mit Mitarbeitenden des SEM noch einmal die Anhörung durch. Wird es den Befragten diesmal gelingen, ihre traumatischen Erlebnisse «glaubwürdig und widerspruchsfrei» zu schildern, damit sie die Kriterien für einen positiven Asylentscheid erfüllen? Der Film gibt Einblick in die heikle Anhörungssituation und geht noch einen Schritt weiter, indem er das Befragungssetting umkehrt: Durch einen einfachen Rollentausch wird das Machtverhältnis für einmal umgedreht und die Interviewer:innen des SEM beantworten die Fragen der Asylsuchenden. Sie stehen ihnen Rede und Antwort über ihre Arbeit und ihre Verantwortung. Der Film stellt damit das Asylverfahren selbst in Frage. (Swiss Films und andere)
Do 29.1. und Fr 30.1., 20h30
Iraqi Odyssey
Von Samir, CH/D/Ver.Arab.Em./Irak 2014, 162 Minuten, AR/F/E/D/d/f
Der Schweizer Filmemacher Samir hat mit IRAQI ODYSSEY eine Art Familienchronik gedreht, die gleichzeitig eine Geschichte der Heimat seiner Eltern ist. Der Film schildert die Flucht von Samirs Familie in den 60er Jahren aus einem blühenden Irak. Er zeigt Bilder von einem Irak, die in starken Kontrast zu den heutigen stehen. Angesichts der aktuellen Flüchtlingsdiskussion gelingt ihm etwas Seltenes: Er liefert gleichermassen eine Innenansicht wie eine Langzeitbeobachtung. Grosse Migrationsbewegungen, wie wir sie derzeit erleben, hat es im 20. Jahrhundert immer wieder gegeben. (Andreas Busche)
Sa 31.1. und Sa 28.2. und So 29.3., 20h30 - Wieder im Programm! Freier Eintritt/Kollekte.
No Other Land
Von Yuval Abraham+Basel Adra, Palästina/Norwegen 2024, 95 Minuten, Arabisch/deutsche+französiche Untertitel
Die Filmpremiere an der Berlinale hat in den deutschen Medien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Weshalb? In Masafer Yatta, einem Gebiet südlich der Stadt Hebron im besetzten Palästina, wehrt sich eine Gruppe, die sich «Youth of Sumud» nennt, mit gewaltfreien Mitteln gegen die andauernde Enteignung von Land und der ethnischen Säuberung des Gebiets zugunsten jüdischer Siedlungen samt Truppenübungsplatz der israelischen Armee. Aus der Zusammenarbeit des israelischen Friedensaktivisten Yuval Abraham und dem Palästinenser Basel Adra ist ein Film entstanden, der den stetigen Kampf gegen gewalttätige Siedler und die israelische Armee dokumentiert. Es ist die wahre Geschichte zweier Freunde, welche in diesen Tagen die politischen Eliten und ihre eingebetteten Berichterstatter in Rage bringt. Sehenswert, gerade deshalb!
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